Wie wirkt Humor?
Humor hilft – als kleiner Atemzug, als Auferstehungsmoment.
Im bewegenden TEDx-Talk von Debra Joy Hart erzählt sie von einem sehr persönlichen Moment:
Als ihre Mutter vor vielen Jahren im Krankenhaus die Diagnose Krebs erhält.
Einen Augenblick später muss Debra plötzlich an all die Perücken denken, die ihre Mutter zuhause gesammelt hatte. Und sie sagt:
„Mama, wenn du durch die Chemo deine Haare verlierst, musst du wenigstens keine neuen Perücken kaufen. Du hast zuhause schon eine riesige Auswahl.“
Ihre Mutter schmunzelt.
Ein kleines „Ha“.
Nicht laut.
Nicht dramatisch.
Aber spürbar.
Und genau darum geht es.
Humor nimmt den Schmerz nicht weg
Debra Joy Hart arbeitet als Krankenschwester, Clownin und Humortrainerin mit Menschen in Krisen, Krankheit und Trauer. In ihrem Vortrag beschreibt sie etwas, das viele Menschen intuitiv kennen:
Humor nimmt den Schmerz nicht weg – aber er kann für einen Moment Luft zum Atmen schaffen.
Nicht, weil plötzlich alles gut wird.
Nicht, weil Leid verschwindet.
Sondern weil für einen kurzen Augenblick wieder etwas anderes möglich wird:
Nähe. Wärme. Menschlichkeit. Leben.
Gerade in schweren Situationen wirkt Humor oft erstaunlich still.
Er muss nicht laut sein.
Nicht perfekt formuliert.
Nicht einmal besonders witzig.
Manchmal reicht ein einziges Schmunzeln, damit ein Raum wieder etwas heller wird.
Kleine Auferstehungsmomente
Vielleicht berührt mich dieser Gedanke gerade deshalb so sehr in der Osterzeit.
Denn Auferstehung bedeutet für mich nicht nur etwas Großes oder Feierliches.
Manchmal zeigt sie sich ganz leise:
wenn nach Tagen voller Angst wieder Hoffnung auftaucht,
wenn Menschen trotz allem weitergehen,
wenn mitten in einer belastenden Situation plötzlich wieder ein kleines Stück Leichtigkeit spürbar wird.
Humor kann genau so ein Moment sein.
Ein kurzer Atemzug.
Ein kleines „Ha“.
Und für einen Augenblick erinnert uns das Leben daran, dass es immer noch da ist.
