Humor in der Lehre – PH Freiburg
Wie kann Humor Lehrende dabei unterstützen, ihre Lehre lebendig, authentisch und menschlich zu gestalten?
Mit dieser Frage haben sich am 31. Juli 2026 vierzehn Lehrende der Pädagogischen Hochschule Freiburg in meinem Workshop „Humor als gestalterische Ressource und Kompetenz in der Lehre“ beschäftigt.
Vier Stunden lang ging es um die Frage, welche Rolle Humor im Hochschulalltag spielen kann – und wie er dort eingesetzt werden kann, wo er wirklich einen Unterschied macht.
Humor ist in der Lehre bereits präsent
Zum Einstieg richteten wir den Blick auf die eigenen Erfahrungen mit Humor.
Dabei wurde deutlich, wie vielfältig Humor im Lehralltag bereits vorkommt: als spontaner Perspektivwechsel, in Geschichten und Anekdoten, durch Sprache, Situationskomik oder kleine überraschende Momente.
Gleichzeitig wurde sichtbar, dass gerade in herausfordernden Situationen noch viel Potenzial steckt.
Stress, Konflikte, Feedback, anspruchsvolle Inhalte oder unerwartete Situationen können Momente sein, in denen eine humorvolle Haltung neue Möglichkeiten eröffnet.
Humor als professionelle Ressource
Humor kann Lehre auf unterschiedliche Weise bereichern.
Er kann dazu beitragen, Aufmerksamkeit zu fördern, Beziehungen zu stärken, eine angenehme Lernatmosphäre zu schaffen und neue Perspektiven zu eröffnen.
Humor lässt sich nicht einfach nach einem festen Schema einsetzen. Was zu einer Lehrperson passt, muss nicht automatisch zu einer anderen passen. Und auch die jeweilige Lerngruppe und Situation spielen eine entscheidende Rolle.
Deshalb ging es im Workshop nicht um den einen „richtigen“ Einsatz von Humor, sondern darum, den eigenen Zugang zu entdecken und weiterzuentwickeln.
Vom Perspektivwechsel zur konkreten Anwendung
Neben kurzen fachlichen Impulsen stand vor allem das eigene Erleben und Ausprobieren im Mittelpunkt.
Die Teilnehmenden reflektierten typische Situationen aus ihrem Lehralltag und entwickelten Ideen, wie sich dort mit kleinen humorvollen Elementen neue Perspektiven eröffnen lassen.
Dabei zeigte sich schnell: Oft braucht es keine großen Veränderungen.
Ein kleiner Impuls kann genügen, um einen Einstieg anders zu gestalten, einen komplexen Inhalt zugänglicher zu machen oder eine angespannte Situation etwas zu entspannen.
Humor braucht Authentizität
Ein zentraler Gedanke des Workshops war deshalb:
Humor muss zur Person, zur Situation und zum Lernkontext passen.
Nicht jede Lehrperson möchte mit den gleichen Mitteln arbeiten – und das ist auch gut so.
Die einen mögen Geschichten, andere arbeiten gerne mit Sprache, Bildern oder spontanen Situationen. Entscheidend ist, einen eigenen, authentischen Zugang zu finden.
Denn Humor wirkt besonders dann überzeugend, wenn er nicht aufgesetzt, sondern echt ist.
Transfer in den Lehralltag?
Zum Abschluss ging es um den persönlichen Transfer: Was möchte ich aus dem Workshop in meinen Lehralltag mitnehmen? Wo möchte ich etwas ausprobieren? Und welchen Gedanken möchte ich weiterverfolgen?
Für mich war es schön zu erleben, wie offen die 14 Teilnehmenden ihre Erfahrungen eingebracht und sich auf neue Perspektiven eingelassen haben.
Vielen Dank an die Lehrenden der Pädagogischen Hochschule Freiburg für den inspirierenden Austausch und die vielen persönlichen Einblicke.
Ich freue mich, wenn der eine oder andere Impuls inzwischen seinen Weg in die Lehre gefunden hat.
